Donnerstag, 12. Februar 2015

Christopher Morley – Das Haus der vergessenen Bücher



Die wohl bezauberndste Buchhandlung in New York…
Brooklyn, 1919. Roger Mifflin, ein Bibliomane wie er im Buch steht, betreibt ein Antiquariat, in dem die Geister der Weltliteratur durch die Gänge spuken, Rauchschwaden die Luft vernebeln, zwei junge Menschen sich ineinander verlieben, ein Buch verschwindet und ein Spionagefall seinen Lauf nimmt.

Seitenzahl: 256
Verlag: Atlantik Verlag
ISBN: 978-3455600124

Was sage ich jemanden, der mich nach diesem Buch fragt? Darüber habe ich lange nachgedacht… auch jetzt weiß ich die Antwort noch nicht genau…

Der Handlungsort ist die Buchhandlung Panassus und die Handlung beginnt mit einem Aufeinandertreffen von Mr. Mifflin und Aubrey Gilbert. Mr. Gilbert hat es sich zum Ziel gemacht dem Buchhändler Mr. Mifflin eine oder am besten gleich mehrere Werbeanzeigen zu verkaufen, da nur so in dieser verrückten Zeit ein so kleines Geschäft bestehen kann.

Dieser Vorschlag erlaubt es Mr. Mifflin einen sehr langen, umwerfenden Monolog über das Thema Bücher, Buchhandlung und Kundenkontakt zu halten. An genau dieser Stellen hat mich dieses Buch bin seinen Bann gezogen und ich konnte mich die nächsten Kapitel nicht von ihm losreißen. 

Wenn man diese Seiten liest, ist die Liebe des Autors zu Büchern förmlich spürbar. Es wird eine unzertrennliche Verbindung zwischen Leser und Buch geschlossen, die schon fast unheimlich erscheint. Die Darstellung des Buchladens oder auch Antiquariats ist so realistisch, dass man den leicht muffigen Geruch der Bücher riecht, es fühlt sich so an, als ob man den aufgewirbelten Staub beim Laufen durch die Gänge im Sonnenschein fallen sehen kann und das Luftgemisch aus Rauch, Staub und alter Druckerschwärze einen direkt umhüllt. Eben genau diese Empfindungen die Bibliophile in einer alten Bibliothek fühlen.

Dieses Buch besticht mit einer Fülle an Zitaten die man sich aufschreiben und niemals wieder vergessen möchte. Außerdem ist es gespickt mit intertextuellen Anspielungen, welche ich in dieser Fülle vergleichend erst selten gelesen habe. 

Diese romantische Atmosphäre wird von Geheimnissen, Spionage, einem verschwindenden und auf mysteriöse Weise wieder auftauchenden Buch, Erpressung und Verfolgungsjagten durchbrochen. Es handelt sich bei diesem Buch keinesfalls um einen bücherverherrlichenden Roman, auch wenn er dieses zu Beginn durchaus suggeriert. Es ist ein Kriminalroman und erfüllt auch jegliche Klischees.

Eines muss man dem Roman „ Das Haus der vergessenen Bücher“ lassen, seine Erstauflage war im Jahr 1919, daraufhin ist es selbst zu einem der „vergessenen“ Bücher geworden und nun im Jahr 2014/15 ist es wieder in aller Munde. Mach dies nicht Hoffnung? 

Viel Spaß beim hineindenken, -fühlen und natürlich lesen!



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