Mittwoch, 18. November 2015

Mechthild Gläser – Die Buchspringer



Auf Schir Khans Rücken durch das Dschungelbuch jagen, mit Goethes Werther die Hexen aus Macbeth bekämpfen und mit Elizabeth Bennet für den gut aussehenden Mr Darcy schwärmen … Die hätte Amy gedacht, dass sie den Figuren aus ihren Lieblingsbüchern so nah sein könnte! Doch sie ist eine Buchspringerin, und damit ist es ihr möglich, wirklich und wahrhaftig in jede Geschichte einzutauchen, die sie schon immer einmal selbst erleben wollte. Amy testet ihre neue Fähigkeit ausgiebig – bis in der Buchwelt plötzlich gar nichts mehr so ist, wie es sein sollte.

Seitenzahl:380
Verlag: Loewe Verlag
ISBN: 978-3-7855-7497-3

Der Roman handelt von Amy Lennox, welche mit ihrer Mutter Alexis in Bochum lebt. Die Geschichte beginnt mit einem Aufbruch, Mutter und Tochter verlassen fluchtartig das Land, um nach Schottland zu reisen. Dort lebt Amys Großmutter, auf der kleinen Insel Stormsay. Neben der Familie Lennox gibt es auf der Insel noch eine zweite Familie – die Macalisters. Seit vielen hundert Jahren gibt es eine Fehde zwischen beiden Familien, aufgrund dieser vor vielen Jahren ein Buch nahezu zerstört worden ist. Da beide Familien für den Erhalt der Buchwelt und der Bücher kämpfen wurde nach diesem Vorkommnis ein Friedenspackt geschlossen.


Dort angekommen, erfährt Amy, dass sie kein normales Mädchen ist, sondern auch eine Buchspringerin. Sie kann ebenso wie Will und seine Schwester Betsy Macalister in jedes beliebige Buch springen und in der Geschichte umherwandeln, sie kann mit den Figuren kommunizieren und Details verändern – was sie natürlich tunlichst vermeiden sollte. Sehr schnell wird klar, dass Amy eine sehr begabte Springerin ist. Sie freundet sich in der Buchwelt mit Goethes Werther an und wandelt mit ihm durch die Welt der Bücher. 

Von diesem Zeitpunkt an, kommt es immer wieder zu eigenartigen Vorkommnissen in der Buchwelt und in der Draußenwelt. Es kommt zu Veränderungen in den Geschichten, wichtige Details, welche Romane ausmachen, werden gestohlen, ein Dieb treibt sein Unwesen und jemand kommt zu Tode.
Amy versucht mit der Hilfe von Will die seltsamen Ereignisse aufzuklären, doch da in der Buchwelt alles anders ist als in der Draußenwelt und auch fast alles möglich ist, wird der Kampf gegen das Böse schwerer als gedacht.

Das gesamte Buch ist aus Amys Sicht geschrieben. Sie ist eine sehr unsichere Person als sie dann Will kennen lernt, ist sie, aufgrund ihrer bisherigen Erfahrungen mit anderen Teenagern, sehr vorsichtig und wenig aufgeschlossen. In anderen Teilen des Buches scheint sie einen Wandel zu vollzeihen und wirkt auf einmal souverän und zielorientiert. Mir erschließt sich die Hauptprotagonistin nur sehr wenig, sie ist sehr ambivalent in ihrem Denken und Fühlen, wie auch in ihrem Handeln. Mir fiel es sehr schwer, mich in sie hinein zu fühlen.
Insgesamt finde ich die Idee, in Bücher hinein springen zu können sehr schön und auch der Grundaufbau der Buchwelt und der Draußenwelt ist einzigartig und fantastisch, aber leider bleibt es auch bei dieser Idee. Ich hätte mir mehr Tiefgang gewünscht und auch noch mehr spannende Verfolgungsjagten durch die verschiedenen Bücher. Der Aufbau des Buches, mit der nebenbei und doch dazugehörigen erzählten Geschichte, ist für mich sehr gelungen. An dieser Stelle hätte ich mir mehr Verbindungen zu den drei verbleibenden Märchengestalten in der Draußenwelt gewünscht, um die Geschichte an dieser Stelle abzurunden.
Fazit:

Leider fehlt es mir insgesamt an Tiefgang, auch wenn es sich um einen Jungendroman handelt, ist die Idee ausbaufähig und verdient es weiter gedacht zu werden. Für mich leider zu wenig rund…

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